Dezember 2011
Ein Sandwich aus Sandstein
Es ist klar, dass bei einer anstrengenden Arbeit, wie der Sanierung des Münsterturms, zwischendrin eine Pause sein muss – und dass mancher
Steinmetz da sicher sein belegtes Brötchen verspeist. Andere Sandwiches belegt gerade die Münsterbauhütte. Für die anstehenden Versuche in der Karlsruher Materialprüfungsanstalt
(siehe Konradsblatt Nummer 48) werden Steine mit Mörtel- oder Bleifüllung hergestellt. Das sind Modelle für die Ecksteine. Durch diese läuft der metallene Ringanker, der den
Turmhelm zusammenhält. Bei der Versuchsreihe in Karlsruhe soll festgestellt werden, wie diese auf Zug und Druck reagieren. 48 solcher Steine gebe es am Münsterturm, so Projektleiter
Thomas Laubscher. 24 davon weisen Schäden auf, mal größere, mal kleinere – das wissen die Fachleute durch die bisherigen Untersuchungen. Sie wissen allerdings nicht, welcher Weg
der beste ist, um die Schäden zu beheben. Da erhoffen sie sich nun Ergebnisse aus Karlsruhe. Je nachdem, wie die aussehen, werden die Lösungsmöglichkeiten, von der Reparatur bis
zum Ersatz weiterverfolgt. Laubscher schaut dem mit Spannung entgegen. Die Befürchtung, dass er sich an diesem steinernen Sandwich die Zähne ausbeißt, hat er allerdings nicht.
Thomas Arzner
© Konradsblatt