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„... wie eine Wurst ohne Brötle!“
Linda Hauber von Haubers Wurststand auf dem Freiburger Münsterplatz

Wie ist es, täglich unter dem „schönsten Turm auf Erden“ zu arbeiten?

Schön und aufregend. Wir genießen eine gute Aussicht auf den Turm, treffen viele Menschen und erfahren immer etwas Neues. Wir betreiben den Wurststand hier schon sehr lange, vor über 30 Jahren hat ihn mein Mann damals übernommen. Wir stehen jeden Tag da außer am Sonntag, bei Wind und Wetter, immer ab 7.30 Uhr. Früher kamen viele Leute schon zum Frühstück, aber das war einmal. Jetzt ist es morgens vor 11 Uhr richtig ruhig. Und dann kommt es aufs Wetter an. Gutes Wetter ist auch für uns gut. Wenn es regnet, ist es für den ganzen Markt schlecht. Dann würden Sie auch nicht gerne kommen mit Tüte, Schirm und dann noch eine Wurst.


Was bekommen Sie von der Baustelle am Münsterturm derzeit mit?

Eigentlich nicht so viel, denn sie ist ja ganz oben. Wir sehen ab und zu, wie die Arbeiter mit dem Schubkarren über den Münsterplatz fahren mit einem neuen Stein, der auf den Turm kommt. Das gucken wir uns natürlich auch an, da sind schöne Sachen dabei, die sie frisch restauriert haben. Als das Gerüst angebracht wurde, ist natürlich alles abgesperrt gewesen und unser Stand wurde dann auch verlegt. Aber das musste ja sein aus Sicherheitsgründen.

Viele auf dem Markt schauen immer wieder nach oben zur Turmspitze und sagen, da oben wollten sie nicht schaffen, das wäre ihnen zu heikel. Ich habe auch zwei junge Frauen gesehen, die offensichtlich ganz oben auf dem Gerüst arbeiten. Das hat mich erstaunt, denn da gehört schon eine Portion Mut dazu.


Wie setzen Sie sich für den Münsterturm ein?

Seit 1988 ist mein Mann Mitglied im Münsterbauverein und unterstützt so ja den Erhalt des ganzen Münsters. Wir haben eine Steinpatenschaft übernommen, weil wir noch etwas speziell für den Münsterturm tun möchten. Wir leben ja praktisch auch von ihm. Und unser Name Hauber ist jetzt, wie es heißt, für immer mit einem Stein am Turm verbunden.


Was bedeutet der Münsterturm für den Münstermarkt?

Nicht nur der Turm, sondern das ganze Münster ist für uns wichtig. Ohne Münster gäbe es auch keinen Markt. Und ohne Markt gäbe es auch keine Münstermarktwurst – dann wären wir auch nicht da. Der Markt war ja immer schon auf dem Münsterplatz, das kann man auf alten Bildern sehen. Wir verkaufen im Übrigen viele Würste an die Touristen, die vor allen Dingen wegen des Münsters kommen. In vielen anderen Städten gibt es auch schöne Kirchen zu sehen, aber so etwas wie den Münstermarkt habe ich noch nirgends erlebt. Es ist schon schön hier auf dem Markt. Besonders am Samstag, wenn die vielen Blumenstände da sind.


Bitte vervollständigen Sie den Satz: Feiburg ohne den Münsterturm wäre wie ...

Oh das wäre schlimm ...  Ungefähr so wie eine Wurst ohne Brötle, ohne Zwiebeln und ohne Senf.

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